Ich weiß, dass ich nicht die beste Schreiberin bin. Das hält mich dennoch nicht ab, immer mal was anzufangen und dann abzubrechen *hust* Einen Titel hat die Geschichte auch nicht so wirklich, trotz dass sie jetzt schon... 3-4 (?) Jahre alt ist. Bisher sind es auch nur knapp 17 Seiten im Word. Diese Geschichte ist auch der Grund, warum ich hier bin

Das Gänslein wird flügge 3 /Ausschnitt

Sonnenstrahlen schienen zum Fenster herein. Diese waren so intensiv, dass Karenja davon wach wurde. Langsam setzte sie sich auf und räkelte sich. In der Kammer war es stickig und außergewöhnlich warm. Als sie zum Fenster hinaus schauen wollte, wurde sie geblendet. Ein helles und gleißendes Licht unterdrückte die Umgebung und überstrahlte alles andere. Die Frau hielt es nicht mehr aus und verließ den Raum. Als sie sich in Richtung Küche aufmachen wollte, hörte sie hinter sich ein seltsames Geräusch. Es war wie ein Watscheln. Verwirrt drehte sie sich um und staunte nicht schlecht. Eine große, strahlend weiße Gans stand vor ihr und fing leise an zu schnattern. Ganz langsam und mit ausgebreiteten Armen, schlich sie auf das Federvieh zu. Kurz bevor die Schankmaid das Tier erreicht hatte, fing dieses an laut zu schreien und zu zedern. Es machte kehrt und rannte mit flatternden Flügeln davon. Karenja machte sich schnell hinterher. Eine wilde Jagd begann durch das ganze Haus. Treppe runter, Treppe rauf ging es munter hin und her. Plötzlich sprang die Gans auf das Treppengeländer und dann von der obersten Etage hinunter. Karenja rannte hinterher, aber bis auf Federn fand sie nichts mehr vor. Sie durchsuchte jedes Zimmer, aber nichts. Doch dann war wieder ein leises Schnattern zu hören. Die Frau versuchte herzufinden, woher es kam und schlich leise durch das Haus. Es wurde lauter, als sie die zweite Etage erreicht hatte. Dennoch konnte sie nicht zuordnen, woher das Geräusch kam. Sie schloss die Augen und lauschte. "Aus der Decke?" Am Ende des Ganges, war oben in der Decke war eine verschlossene Luke. In der Ecke hing ein langer Stab mit Haken. Beherzt nahm sie diesen Stab und führte den Haken in den, an der Deckentür befestigen, Metallring. Es bedurfte einiger Anstrengung, doch dann knackte und knarzte es und die Tür klappte auf. Eine dicke Staubwolke rollte herunter und brachte Karenja zum Husten. Es dauerte nicht allzu lange und eine Leiter lugt an der Deckentür hervor, die man herunterklappen konnte. Das ging schon einfacher. Endlich konnte der Dachboden betreten werden.
Oben war es düster. Nur ein Strahl schien hell durch eine Lücke der Dachziegel und zeigte direkt auf die Gans. "Wie kommst du hier hoch?" schimpfe die Frau ihr entgegen. Das Tier schaute ihr wiederum fest in die Augen. "Nutze die Zeit!" Hatte es etwa geredet? Karenja stolperte vor Schreck, rückwärts über eine flache Truhe. Schneller, als sie sich fragen konnte, wie die Truhe dahin kam, saß sie wieder aufrecht im Bett. Regen schlug gegen die Fensterscheiben, als hätte Efferd das tosende Meer aufs Festland gebracht. Verstört stieg Karenja aus dem Bett und wandelte leicht abwesend in die Küche, schürte den Ofen an, setzte einen Kessel Wasser auf und zog sich um. Ihr war unbehaglich. Dieser Traum schien so real. Als die Frau sich eine Schüssel holte, erhob sich aus dieser eine weiße Daunenfeder und schwebte regelrecht durch die Luft. Es klirrte. Die Schüssel fiel zu Boden und zerbarst. Im Eiltempo rannte sie los, die Treppen hoch in die oberste Etage. Tatsache. In der Decke befand sich eine Luke. Auch die Stange mit dem Haken war vorzufinden. Geschwind öffnete sie die Luke, wie in ihrem Traum und kletterte hinauf. Es war dunkel, dennoch waren die Umrisse einer flachen Kiste leicht auszumachen. Karenja tastete sich langsam voran und dann die Truhe ab. Sie war nicht verschlossen. In ihr befand sich ein zusammengeknotetes Bündel. Da sie nicht viel sehen konnte, nahm sie das recht große Bündel mit die Leiter hinunter und in die Küche, wo sie es neugierig aufknotete. Kleidung, Schuhe, eine Decke, eine Tasche und noch so verschiedenes. Es handelte sich um die Ausstattung einer Reisenden. "Aber, wie...?" Sie stockte. Das war kein normaler Traum, das war ein Wink mit dem Zaunpfahl. "Danke", flüsterte sie leise lächelnd, sortierte und probierte die Kleidung an. Alles passte, wie auf den Leib geschneidert. Ein geräumiger Rucksack befand sich ebenfalls unter den ganzen Utensilien, sowie kleinere Umhängetaschen und Beutel, Gürtel, Schnallen, ein Mieder und Stiefel. Neugierig und hibbelig, wie ein kleines Kind, packte sie aus, stöberte, sortierte hin und her. Am Ende wich das grüne Kleid und die Schürze, einem beigen, knielangem Kleid und einer weiten, braunen Hose. Auch das dunkelgrüne Mieder passte und blieb über das Kleid gezogen. Die Lederstiefel reichten bis zur Wade. Ihre braunen Haare ordnete sie unter einer Fellmütze zurecht. Gurte, Riemen, Taschen - alles wurde durchprobiert, was am besten passte und praktisch schien. So gekleidet hüpfte sie regelrecht herum, in ein leeres Zimmer. Nur ein rechteckiger, mannshoher Spiegel stand an eine Wand gelehnt. Im recht stumpfen Spiegelbild dessen, drehte sie sich hin und her wandte sich im Kreis herum und begutachtete sich von allen Seiten. Es gefiel ihr sehr. Sie fühlte sich wohl. Ein gutes Zeichen.
Der Regen peitschte immer noch gegen die Fenster. Bei dem Wetter werden die vier im Gasthaus, doch hoffentlich nicht weiter ziehen. Sie kennt Oleg und Fredo. Das sind keine schlechten Menschen. Die beiden würden wahrscheinlich Geld für das Essen verlangen und ihnen die Übernachtung wesentlich günstiger kommen lassen. Ungehobelte Oberflächen, weicher Kern. Dann schlich sich plötzlich etwas Wehmut ein. Es gab dennoch kein zurück, bei ihrer Entscheidung.
Karenja verließ den Raum und überlegte, beim Gang zurück in die Küche, was es in diesem Haus gab, an dem sie hing. Eigentlich gab es nicht wirklich etwas, was persönlich und von Bedeutung für sie war. Etwas Kleinkram landete in einer Schatulle und die Schatulle verschwand im Blindboden, unter dem Bett ihrer Kammer. Unter einer lockeren Bohle lagerte schon eine weitere Schatulle. Aus dieser nahm sie einige Münzen und verschloss alles wieder. Es fiel nicht auf, dass sich dort ein Versteck befand, zumal es auch recht weit an der Wand war. Mit zwei Nägeln und einer schweren Eisengusspfanne, befestigte sie die Holzlatte wieder, dass es auch ja nicht auffällt.
Nun behängte sie sich mit Gürteln und Schnallen, packte Lebensmittel und nützliche Gegenstände, wie Messer, eine Pfanne, einen Topf und diverse andere Utensilien, ein. Die Frau schnappte sich einen Schlüsselbund mit sechs Schlüsseln und hing einen weiteren dran. Es handelte sich um den Haustürschlüssel. Vollgepackt zog sie sich einen dicken Schurwollmantel über. Draußen lugte mittlerweile die Praiosscheibe zwischen den Wolken hindurch und der Regenschleier lichtete sich. Karenja schloss die Haustür ab und tänzelte um die Pfützen herum, auf die gepflasterte Hauptstraße. Von dort aus, marschierte Richtung Marktplatz und bog in eine Seitengasse. Mit kräftigen Schlägen, klopfte sie an einer unscheinbaren Tür.